Is die Achterhoek das eigentliche Zentrum des Universums? Ruurlo Soul City! Manchmal denke ich, ja. Ob AC/DC’s Angus Young dort wohnt oder ein Bandmitglied von Smokie – das ist Nebensache.
Wie komme ich von einer wegen Apartheid verbannten südafrikanischen Band über London nach Amsterdam, dann nach Deutschland und schließlich nach Ruurlo? Und wie landete ausgerechnet Otis Reddings Protegé, Stax-Legende, Star der Sam & Dave Show und Southern-Soul-Pionier Arthur Conley über Brüssel, dann Amsterdam, am Ende auch in Ruurlo?
Die Antwort ist einfach: Es musste eine unglaublich coole Boogie-Single aufgenommen werden, um sie dann jahrzehntelang unter Staub begraben zu lassen. Anschließend wieder in die Welt entlassen zu werden und endlich im Licht der Sammlung von … du ahnst es schon: Vinyleers!
Nach einem radikalen Bruch mit der machohaften Musikszene, in der sich Arthur Conley bewegte, taufte er sich um in Lee Roberts (sein zweiter Vorname kombiniert mit dem Nachnamen seiner Mutter) und zog sich in die Achterhoek zurück. Gerüchten zufolge spielte er bis zu seinem Tod 2003 hin und wieder seine Hitsingle Sweet Soul Music in voller Lautstärke über die Boxen. Und was machte er dort? Er entwarf Teppiche, Kein Scherz!
Jetzt die andere Hälfte der Geschichte: Glenn Helstone. Glenn, der ab den 1980er Jahren Bassist der ursprünglich südafrikanischen Band Jabula war, nahm irgendwo zwischen Backstage-Chaos und Feuerwerk mit Lee eine Single unter dem Namen Langa Langa auf (ein Wort, das in der südafrikanischen Bantu-Sprache Xhosa „die Sonne“ bedeutet). It’s All Right auf der A-Seite, Freedom Is The Thing auf der B-Seite. Zwei kosmische Funk-Denkmäler aus der unerwartetsten (Hinter-)Ecke, mit einer wunderschönen Geschichte obendrein.
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