Manche Geschichten beginnen mit einer Gitarre. Oder mit dem ersten Konzert.
Die von Bas begann mit Kieselsäckchen.
Mit acht Jahren verdiente er seine ersten Gulden mit Gurken sortieren und Kieselsäcke füllen. Sieben Gulden fünfzig für einen halben Tag Arbeit. Nicht, um sich etwas zu kaufen, was Kinder normalerweise kaufen, sondern um etwas zu hören.
Nach Monaten des Sparens hielt er es endlich in den Händen: ein Radio-Kassettenrekorder. Ein Ghettoblaster mit losen Boxen.
Abends lag er in seinem Zimmer, flach auf dem Boden. Die Boxen links und rechts neben seinem Kopf. Bereit zuzuhören, zu warten, auf diesen einen Song.
Mit den Fingern am Aufnahmeknopf, den perfekten Moment zwischen DJ und Intro abpassend. Lieder aufnehmen, zurückspulen, noch einmal hören.
"Die Magie, Kontrolle über den Klang zu haben."
Bas spielte seine Kassetten buchstäblich ab, bis sie durch waren, und machte seine ersten Mixtapes – ohne zu ahnen, dass er etwas tat, das sein ganzes Leben lang bleiben würde.
Die erste Single, die er kaufte, war This Is Not America von David Bowie. Von seinem eigenen Taschengeld, verdient mit fünf Cent pro Kieselsack. Er hörte den Song im Radio und wusste, wofür er sparte.
Zu Hause stand ein Plattenspieler, meist mit André van Duin und Alle Dertien Goed. Nicht wirklich das Universum, in dem Bas sich wiederfand. Also, als er neugierig wurde, wie eine Platte eigentlich funktioniert, holte er sich eine Nadel zum Nachspielen. Das ging eine Weile gut – und dann nicht mehr. Aber es war der Anfang einer lebenslangen Faszination für Musik und wie sie klingt.
Bas wuchs als jüngster von drei Söhnen auf einem Milchviehbetrieb auf. Harte Arbeit, wenig Worte und Sonntage, die sich grau anfühlten. Musik gab Farbe. Nach den täglichen Aufgaben zog er auf die Felder, um seinen Kopf freizubekommen.
Mit fünfzehn kaufte er seinen ersten E-Bass. Nicht, um eine Karriere zu starten, sondern um Luft zu bekommen.
Von da an ging es schnell. The Cure wurde sein Universum. Disintegration und 17 Seconds gaben dem, was er fühlte, aber nicht sagen konnte, Worte. Dunkle Sphären, lange Songs, Regen, Sturm, Emotion. Alles, was zwischen den Kühen und dem Hof fehlte.
Dan folgten Megadeth, Gorefest und andere Metalbands. Kraft, Energie und Emotion in einer einzigen Wand aus Klang.
Diese Linie zieht sich bis heute durch. Heute hört Bas Interpol, Zola Blood und alles, was Melancholie und Melodie im Gleichgewicht hält. Und er macht seine eigene Musik. Denn was einst mit Kieselsäckchen, Mixtapes und Bowie begann, steckt immer noch in seinem Kopf – und muss immer noch raus.
Ein rauer Kern mit einem klaren Inneren. Und Musik als Konstante, durch alles hindurch.